Wesermarathon 2011

Wer einen Marathon laufen will, muss wohl erst einmal monatelang hart trainieren. Wer einen Marathon paddeln will, braucht nur motivierende Mittpaddler, gutes Wetter und die Aussicht auf ein schönes Erlebnis.

Mit dieser Einstellung fuhren die RSV-Paddler, logistisch, sportlich und menschlich unterstützt von den Kollegen vom Braunschweiger KSC, sowie begleitet vom einzigen zwangspaddelnden Hund Braunschweig (Charly) am 6. Mai 2011 nach Hannoversch Münden, wo sich Werra und Fulda zur Weser vereinen.

Nach einer ersten entspannten Nacht auf dem Vereinsgelände des Mündener Kanuclubs ging es am Samstag los zur Werra nach Sooden-Allendorf, bzw. Eschwege. Die Einstiegsstelle zu finden, erwies sich als unproblematisch, da uns viele mit Booten beladene Fahrzeuge den Weg wiesen. Schwieriger wurde es schon, auf der hinter dem Wehr stark strömenden Werra ins Boot zu gelangen. Doch nach dieser kurzen anfänglichen Wildwassereinlage erwies sich die Werra als gutmütig und das Wetter als absolut paddlerfreundlich. So zogen wir – teils überholt von sportlich ambitionierten Marathonbooten mit hoher Schlagfrequenz, teils gemütliche Wandergruppen aus drei Generationen überholend – die Werra hinab nach Witzenhausen, wo bei Grillwurst und Kuchen und Begegnungen mit Paddlern anderer Vereine der Tag ausklang. Auch das Thema Marathon-Training hatten wir wohl durch diesen Aufwärmtag auf angenehmste Weise hinter uns gebracht.

Der nächste Tag begann früh und kühl. Gut, dass wir von unserem Campinggelände direkt in die Boote steigen konnten. Die Schleusung von der Fulda in die Weser war quasi der Startschuss für das Unternehmen Marathon, wobei bescheidenerweise gesagt werden muss, dass wir uns in diesem Jahr lediglich die Bronzestrecke bis Bevensen vorgenommen hatten. Am Weserrand nahmen die Fischreiher noch ihr Aal-Frühstück ein, als wir schon in gemischter Gruppe aus RSV und KSC munter an ihnen vorbeizogen. Der Tag wurde immer herrlicher, das Wetter strahlender und das Weserbergland bot eine Traumkulisse für diese Paddeltour der Extraklasse. So wurde das anfängliche Kilometerzählen bald von Gesprächen mit den Mitpaddlern und dem Genuss der Landschaft abgelöst. Schneller als erwartet lagen die 53 Kilometer hinter uns. Ein wunderschönes Erlebnis, das im nächsten Jahr vielleicht nur durch das Paddeln der Silberstrecke gesteigert werden kann. Bleibt nur zu sagen, dass auch Charly den Marathon unbeschadet, wenn auch deutlich erschöpft, überstanden hat – und das, ohne je ein Paddel in die Pfote genommen zu haben!

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